Switch und Zelda – Mein Stand der Dinge nach fast drei Wochen

The greatest Zelda ever made

Zelda und Ich

Erstmal vorweg: Von den Zeldas, die ich gespielt habe, habe ich nur sehr wenige (zwei…) durchgespielt. Aber ich mag Zelda. Ich mag Link. Ich mag Hyrule. Ich mag die Atmosphäre. Ich mag die Musik. Ich mag die Epik.

  • The Legend of Zelda (angespielt)
  • A Link to the past (angespielt)
  • Ocarina of Time (durchgespielt in der 3DS-Version)
  • Majora’s Mask (angespielt)
  • The Wind Waker (durchgespielt auf der WiiU)
  • Twilight Princess (angespielt)
  • Skyward Sword (angespielt)
  • A Link between Worlds (angespielt)

Also, wie gesagt, von vielen begonnenen Zelda-Teilen hab ich zwei beendet. Den Rest wenige oder einige Stunden angespielt, sehr verschieden. Teils, weil ich sie, mangels (S)NES und Gameboy in der Kindheit, nachholen wollte, aber mit Retro-Spielen einfach nicht klar komme (erster Teil und A Link to the past). Teils, weil sie mir einfach nicht gefallen haben (Majora’s Mask, Twilight Princess, Skyward Sword). Bei A Link between Worlds hab ich nach dem „ersten Part“ irgendwie die Lust verloren und nie weiter gespielt, obwohl es mir eigentlich gefallen hat. Liegt eher daran, dass ich eher kein Handheld-Spieler bin und zuhause den 3DS recht selten genutzt hab. Die beiden, die ich durchgespielt habe, hab ich dafür umso mehr geliebt. Ocarina of Time hatte ich seinerzeit bereits auf dem N64. Und hab es unzählige Male bis zur Zeitreise gespielt. Danach haben sich meist der Schwierigkeitsgrad und mein Durchhaltevermögen ein Duell geliefert, dass klar für den Schwierigkeitsgrad ausging.

Das lang ersehnte Meisterwerk

Jahrelanges Warten und Messetrailer, die sich im Stil teilweise unterschieden haben. Was lange währt, wird endlich gut? Es wurde zumindest groß, soviel ist klar. In der letztjährig vorgeführten und von einigen wenigen auch anspielbaren Demo wirkte die Welt leider genau so groß wie leer. Aber ist sie das im fertigen Spiel und gesamt betrachtet? Da Nintendo alte Konventionen über Bord geworfen und zum Ausgleich viele Elemente, die in anderen Spielen und Reihen längst Standard waren, in’s Boot hinein geholt hat, ist das Gesamtwerk verdammt schwer zu beurteilen. Der Vergleich zu bisherigen Zelda-Teilen schließt sich fast aus. Dafür muss sich Breath of the Wild viel mehr an Genre-Kollegen wie The Witcher oder The Elder Scrolls messen lassen.

Der langsame Einstieg

Als erstes setzen die Entwickler uns auch in diesem Zelda ein kleines Tutorial-Gebiet vor. Wobei „klein“ in diesem Falle natürlich relativ ist, zumindest gefühlt ist es so groß wie die komplette Welt in Ocarina of Time. Wir lernen bzw. bekommen in den ersten Schreinen die Grundmodule für unseren Shiekah-Stein, eine Art Allround-Werkzeug im Smartphone-Format. Nach den vier Schreinen im Tutorialgebiet bekommen wir dann den Gegenstand, mit dem wir auch in die anderen Gebiete können: den Gleitschirm. Ab diesem Moment steht uns praktisch die komplette Welt offen. Wie man vorgeht, ist jedem Spieler fast vollkommen selbst überlassen.

Was man als nächstes tun sollte oder könnte, kann man in Breath of the Wild nun endlich in einem Questlog nachlesen. Wer aber nun denkt, man wird so stark an die Hand genommen wie in anderen Rollenspielen, der wird schnell eines besseren belehrt. Fast wie ein From-Software-Spiel ist das neue Zelda teils sehr schweigsam und setzt auf den Erkundungs- und Ausprobier-Trieb des Spielers. Vieles wird vielleicht mal nebenher erwähnt, einiges muss man aber auch selbst durch probieren herausfinden. Oder indem man sich mit anderen Spielern austauscht. Dem ein oder anderen wird dies sicher missfallen, ich habe mich nach einer kurzen Zeit damit abgefunden bzw. es sogar schätzen und lieben gelernt. Es ist schön, mal nicht an der Hand genommen zu werden und die Welt lädt auch sprichwörtlich mit offenen Armen zum Erkunden ihrer selbst ein.

Altes weg, neues her

Statt den üblichen Dungeons, die es zu durchkämpfen gilt, gilt unser Fokus für die Hauptstory hier vier Titanen. Diese wurden einst eingesetzt, um der Verheerung Ganon, die Hyrule heimgesucht und noch immer ihrem Griff hat, Einhalt zu gebieten. Ganon übernahm diese jedoch tückisch und nun liegt  es uns, diese wieder für die guten Zwecke zurück zu erobern. Die Titanen sind jeweils riesige Maschinen in Tiergestalt, deren Steuerung wir wieder zurückerlangen und deren besitzergreifenden Dämonen wir schließlich als Endgegner eliminieren müssen. Haben wir dies erfolgreich getan, so ist der Titan wieder für unsere Zwecke im Einsatz und wird uns am Ende behilflich sein. Zudem erhalten wir mit jedem zurück erlangten Titan neben einem Herzcontainer auch einen kleinen Bonus, der uns im restlichen Spiel gern mal etwas aus der Patsche hilft.

Link in einem der 120 Schreine

Apropos Herzcontainer: Bisher war es in fast allen Zelda-Teilen üblich, dass es Herzteile zu finden bzw. in Quests zu erhalten gibt, von denen 4 (bzw. in Twilight Princess 5) einen Herzcontainer und somit ein weiteres Herz in der Energieleiste hinzufügen. In Breath of the Wild gibt es hingegen ganze 120 Schreine zu finden, in denen wir am Ende ein „Zeichen der Bewährung“ erhalten. Eben jene Zeichen können wir an bestimmten Statuen eintauschen, jeweils vier gegen einen Herzcontainer oder einen Ausdauercontainer.

Es gibt also auch, wie bereits in Skyward Sword, wieder eine Ausdaueranzeige, was auch einen guten Grund hat. Link kann nämlich an fast allen Oberflächen empor klettern und so höhere Stellen überhaupt erst oder zumindest schneller erreichen. Wie lange wir laufen, schwimmen oder klettern können, hängt logischerweise von unserer Ausdauer ab. Und wo wir schon bei Emporklettern waren: Wer in Watch_Dogs 2 die Türme vermisst hat, bekommt sie dafür jetzt. Diese schalten die Karte des jeweiligen Gebietes frei. Allerdings hat man (zum Glück) nicht die ganze Ubisoft-Formel kopiert, denn es werden keine Nebenquests oder überhaupt irgendwas auf der Karte markiert. Sämtliche Neben- und Sammelaufgaben gilt es selbst zu finden und auch über Markierungen auf der Karte hat man als Spieler die Oberhand.

Kochtöpfe und zerbrechende Schwerter

Ebenfalls neu ist das Herstellen von Nahrungsmitteln und Medizin. Also nichts mehr mit Wiese mähen und Herzchen ernten. Auch Rubine bekommen wir eher als Questbelohnung oder durch den Verkauf von Sachen an Händler, als dass wir sie in der Umgebung finden. Die gekochten Nahrungsmittel füllen, je nach Zutaten, unsere Herzen auf und geben uns eventuell zusätzliche Buffs (Hitze- oder Frostresistenz, besseres Schleichen, zusätzliche Herzen und ähnliches). Gleiches gilt für Medizin, die wir ebenfalls in verschiedener Form mit verschiedenen Wirkungen an Feuerstellen herstellen können.

Speziell zu Beginn auffällig bis ziemlich arg nervig ist die Tatsache, dass Waffen zerbrechen. Unser geliebtes Schwert, mit dem wir es durch das ganze Spiel meistern, ist Vergangenheit. Bögen und Schilde zerbrechen ebenfalls mit der Zeit. Später erhalten wir Waffen, die höheren Schaden austeilen und zum Glück auch länger halten, so dass im weitern Spielverlauf die Langlebigkeit der Schwerter, Hellebarden, Bögen, Schilder usw. merkbar zunimmt.

Die große weite Welt

Tiefe Täler, dichte Wälder, hohe Gebirgsketten, eine heiße Wüste. Die Welt in Breath of the Wild bietet so ziemlich alles, was das Entdecker-Herz begehrt. Von waldgrün bis sandgelb und von glühend heiß bis eisig kalt ist alles vertreten. Auch die üblichen Völker Hyrules sind natürlich mit von der Partie: Goronen, Gerudo, Shiekah, Orni sowie Hylianer. Jedes Gebiet bietet so viel zu entdecken, dass man teilweise gar nicht aufhören will und kann.

Man fängt an und setzt sich das Ziel „auf geht’s zum zweiten Titanen“. Auf dem Weg dorthin hier ne Nebenquest, da ein bis sieben Schreine – ach ja, den Turm könnt‘ ich jetzt auch grade noch freischalten. Plötzlich hat man wieder 8 Zeichen der Bewährung zum eintauschen und denkt sich: Oh, das ging aber schnell. Der Blick auf die Uhr verrät aber: nein, so schnell ging das gar nicht – es kam dir nur so vor. Und genau das, dieses Zeitvergessen, hab ich lange nicht in dieser Form in einem Spiel erlebt.

Durch die Türme und Schreine gibt es erfreulicherweise eine Schnellreise-Möglichkeit, so dass wir nicht immer zu Fuß oder per Pferd an bereits besuchte Orte zurückreisen müssen. Ach ja, Pferde können wir zähmen und auf uns registrieren lassen, damit wir diese an den Ställen innerhalb Hyrules zu uns bringen lassen können. Dazu gibt es einige Minispiele, Feen-Quellen an denen wir unsere Ausrüstung aufwerten lassen können und noch einiges mehr an Sammelaufgaben. Hinzu kommen viele Erinnerungen an vergangene Zelda-Teile, sei es durch die Umgebungen an sich oder beispielsweise durch die Namensgebung der einzelnen Gebiete.

Freie Auswahl

Genau so offen wie die Welt ist auch die Wahl des eigenen Spielstils. Tank-Link oder Ninja-Link? Beides ist möglich. Bei Regen bewusst Elektro-Pfeile auf Gegner schießen um die bekannte Leitfähigkeit von Wasser zu nutzen? Geht. Eine Metallkiste mit dem Magnetmodul anheben, um sie auf ein explosives Fass neben einer Horde Gegner fallen zu lassen? Möglich. Schwert, Axt – oder doch lieber Bogen? Nimm das, was dir gefällt. Nintendo hat hier in den Präsentationen tatsächlich nicht zu viel versprochen.

Auch das Abarbeiten der 4 Titane für die Hauptquest unterliegt keiner Beschränkung. Ob wir mit Link nach dem Tutorial zuerst nach Norden, Süden, Osten oder Westen gehen entscheiden wir selbst. Auch wenn uns das Spiel ganz leicht eine Wegrichtung vorgibt, wir können diese auch außer Acht lassen.

Mein Fazit soweit

Nein, ich bin selbstverständlich noch nicht durch mit dem Spiel. Ich habe anfangs oft mit mir selbst gerungen, war hin- und her gerissen zwischen „Alter, ist das großartig“ und „boah, das ist doch viel zu groß, viel zu schwer, viel zu überhaupt!“. Mittlerweile hat sich meine Meinung stark in Richtung Positiv eingependelt und wird da wohl auch bleiben. Dieses Zelda braucht Zeit und gerade zu Beginn Durchhaltevermögen. Die Geschichte erzählt sich langsam, die Wege sind teilweise weit. Aber die Geschichte ist schön und die Welt bietet genug, um auch weite Wege in Kauf nehmen zu wollen.

Ein kleiner Downer ist leider die Technik. Denn gerade wenn beispielsweise Regen und ein Gebiet mit vielen Grashalmen zusammen kommen, fallen die FPS gerne merklich. Auch wenn das Spiel die allermeiste Zeit vollkommen flüssig läuft, sind diese Framedrops im allerersten großen Vorzeigetitel für die Switch schon ärgerlich. Vielleicht kriegt Nintendo das aber ja noch per Patch in den Griff.

Das Spiel erklärt wenig und ist stellenweise ziemlich fordernd. Ein Kinderspiel ist es ganz sicher nicht. Die Rätsel gehen von einfach bis Kopfnuss³, die Gegner von „einen Schlag und sie sind weg“ bis „einen Schlag und ich bin weg“. Aber man lernt dazu, findet Dinge heraus, überlistet das Spiel vielleicht manchmal auch. Und ist immer wieder auf’s neue davon fasziniert, was die Entwickler hier für ein großartiges Produkt abgeliefert haben. Die Wartezeit auf diesen Titel hat sich auf jeden Fall mehr als gelohnt.


Alle Screenshots auf dieser Seite wurden von mir selbst mit der Share-Funktion der Switch erstellt.

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Vasco Da Gamer

1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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3 Antworten auf „Switch und Zelda – Mein Stand der Dinge nach fast drei Wochen“

  1. Schade, dass ich hier nicht auf – Gefällt mir- klicken kann- aalso: Gefällt mir, gefällt mir, gefällt mir gg- Danke für diesen tollen Beitrag 😀 – ein großer zelda Fan- glg – Herta

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