#52games – In aller Kürze

Nachdem ich letzte Woche beim Thema „Unter der Erde“ bei #52Games von Zockwork Orange mal ausgesetzt hab, da mir so viele Spiele eingefallen sind und mir doch keines so richtig zusagte, um einen Artikel drüber zu schreiben, geht es diese Woche zum Thema „In aller Kürze“ weiter.

Es dreht sich also um Spiele, die man unter 10 Stunden durchspielen kann, was ja zumeist auf Indie-Titel zutrifft (Ausnahmen wie The Order: 1886 bestätigen die Regel). Auch wenn mein Erfahrungsschatz was Indie-Spiele im Allgemeinen oder die, oft zu Unrecht gescholtenen, Walking-Simulatoren im Speziellen angeht gar nicht mal so hoch ist, hat mich dieses Jahr eines absolut abgeholt und fasziniert: Firewatch.

Kurzer Story-Abriss: zu Beginn erfahren wir die Geschichte, wie unser Protagonist Henry in Studienzeiten seine Frau Julia kennen und lieben lernt und den Werdegang der beiden über einige Jahre. Bis Julia mit Anfang 40 an Demenz erkrankt und zur Pflege später zu ihrer Familie nach Australien zurückgebracht wird. Als Henry wollen wir den Kopf von so vielen Problemen frei bekommen und treten im Sommer 1989 eine Stelle als Firewatcher in Wyoming an. Unsere einzige menschliche Verbindung besteht über Funk zu Delilah, sozusagen die Team-Leaderin der Firewatcher im Gebiet. Durch die Antwortmöglichkeiten in der Interaktion mit Delilah bildet man als Spieler selbst die Charakteristik seines Protagonisten und macht sich in seiner Fantasie natürlich auch sein persönliches Bild von „D.“. Aus vielen verschiedenen Faktoren (verschwindende Personen, ein eingezäunter Bereich, „Funken“ im Funk zwischen uns und Delilah und…und…und) entspinnt sich ein einsaugendes Spiel, von dessen mysteriöser Story ich gar nicht viel vorwegnehmen will. Soviel sei aber gesagt: ab und an überkam mich schon ein gewisser Schauer und ein wenig Gänsehaut.

Firewatch_20160927221126Und so wandert und untersucht und beobachtet man sich durch das wunderschöne Spiel, das durch die intensive Farbgebung durchaus oft zum einfach mal anhalten und genießen anregt. Der Soundtrack ist dazu wunderschön passend und unterstreichend. Der ein oder andere wird sich wegen des etwas schleppenden Anfangs zwar zum Weiterspielen selbst anspornen müssen, aber spätestens nach den ersten rund 90 Minuten gewinnt die Story deutlich an Spannung und dadurch auch das Spiel an Fahrt. Die Spielzeit liegt bei rund 6-7 Stunden, zumindest bei einer „Mindest-Begabung“ in Orientierung – es ist also gemütlich an ein oder zwei Abenden durchzuspielen.

Für PS4 und Windows-PCs ist Firewatch bereits Anfang März diesen Jahres erschienen, für die XBox One erscheint es in Europa am 30. September. Für alle, die es wie ich bereits durchgespielt haben, gibt es zwei Gründe, es nochmal zu installieren: zum einen gibt es jetzt die Möglichkeit, das Spiel mit einer eine Audio-Tour mit Kommentaren der Entwickler von Campo Santo nochmals zu spielen. Zum anderen gibt es bald auch einen Free-Roam-Modus, in dem wir das Spielgebiet frei erkunden und einige versteckte Geheimnisse entdecken dürfen. Und auch wer mit diesem Spielgenre oder vielleicht auch Videospielen generell nicht viel am Hut hat, kann sich die Geschichte um Henry irgendwann im Kino oder im TV anschauen. Campo Santo haben sich vor kurzem mit dem Produktionsunternehmen Good Universe für eine Filmumsetzung des Spiels zusammengeschlossen.

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Vasco Da Gamer

1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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2 Antworten auf „#52games – In aller Kürze“

  1. Ich dachte noch „Schreib ich über Firewatch oder Journey“? 😀 Dann nehme ich doch Journey. Viel zu spät dran, wie immer. Firewatch war echt toll, ein Gemälde eines Spiels. Und gleichzeitig so entspannend und meditativ. Und viel zu kurz. Hast du schon Virgina gespielt? Hab ich mir gestern geladen, rein von der Optik wirkt das sehr ähnlich.

    1. Virginia hab ich noch nicht gespielt, aber in den letzten Tagen mehrfach drüber gehört oder gelesen. Sieht vom Style her tatsächlich ähnlich aus. Allerdings soll das Spiel ja mehr ein Film sein, also so gut wie kaum Interaktion verlangen. Da bin ich mir dann nicht ganz sicher, ob mich das dann packen kann.

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