Stranger Things – Seltame Dinge passieren…

Die Netflix-Originals-Serie Stranger Things ist momentan in aller Munde. Vor allem über die digitale Mundpropaganda durch diverse Social Media Kanäle hat sich die Kunde von diesem Titel verbreitet. Als Disclaimer sollte ich kurz anmerken: Ich bin kein Serien- und noch weniger ein Film-Kenner. In meinem Wissen über diese beiden Bereich der Pop-Kultur klaffen riesige Lücken. Daher bin ich mir, noch während ich diese Zeilen tippe, unschlüssig, ob ich über Serien und Filme überhaupt schreiben sollte. Aber ich tue es trotzdem einfach mal.

Sicher habe ich mich von diversen von mir gefolgten „Influencern“, wie man das Neudeutsch ja so nennt, zu der Serie hinführen lassen. Allerdings hat mich hier eben eine Sache abgeholt: das immer wieder auch der Name „John Carpenter“ fiel, wenn es um offensichtliche Insparationsquellen der Serie ging. Und da ich die Halloween-Reihe zu meiner Lieblings-Horror-Reihe küren würde und ich auch Carpenters The Fog als Horror-Klassiker sehr mag, musste ich mir diese Serie einfach anschauen.

Die Serie sprüht wirklich über von Hommagen und Reminiszenzen an (Horror-)Klassiker der späten 70er und frühen 80er Jahre. Hier und da poppt auch immer wieder ein unverkennbares kleines Detail dieser Zeit auf, sei es in Form eines Cartoon-Intros, eines Filmplakats oder eines Technik-Gadgets. Auch was den Soundtrack und die Opening-Scene angeht ist es schön im Stil der damaligen Zeit gehalten. Viele Querverweise an und Anleihen aus vielen Filmen und Serien habe ich natürlich so nicht erkannt – wie ich bei diesem ziemlich gut gemachten Video auf Vimeo festgestellt hab.

Ach so, ja – da war ja noch eine Handlung. Nun: aus einer Gruppe von 4 Nerd-Kids, die wir zu Beginn der Serie bei einer Dungeons & Dragons-Runde sehen, verschwindet eines am selben Abend auf mysteriöse Weise auf dem Weg nach Hause. Es beginnt die Suche während der sich auftut, dass wir es hier nicht mit einem natürlichen Verschwinden zu tun haben und das Dinge ganz offensichtlich vertuscht werden sollen.

Von den Darstellern stechen natürlich vor allem die 3 nach ihrem Freund suchenden Kinder raus. Allesamt spielen sie großartig. Auch die vierte, mit Worten eher spärlich ausgestattete Kinder-Rolle wird von der Darstellerin großartig gespielt. Möge sie nicht das Schicksal manch eines Kinderstars der früheren Jahre teilen, wäre sehr schade.
Auch die Darsteller der Teenager und Erwachsenen spielen ausnahmslos gut. Winona Ryder spielt die extrem nah an Verzweiflung und Wahnsinn stehende Mutter des verschwunden Kindes großartig und Gronkh David Harbour verkörpert glaubwürdig den zuerst skeptischen, später aber überzeugten Sheriff des Handlungsortes.

Was die Ausgestaltung der Serie angeht, wären mir allerdings 6 oder auch nur 4 Folgen lieber als die entstandenen 8 gewesen. Denn die kleine Portion Teenager-Love-Drama, die wohl in jede Serie zu gehören scheint, hätte ich hier jetzt nicht gebraucht. Auch war mir teilweise eine Prise zu viel Humor dabei. Nicht falsch verstehen: ich lache sehr gerne, etwas Auflockerung tut einer Mystery-Serie hier und da gut und ich hab auch über die entsprechenden Situationen lachen können. Trotzdem hat es mir hier und da die Stimmung rausgezogen, die ich bei solch einer Serie haben möchte und sollte: Spannung und Gruseln.

Wenn eine Serie so einschlägt, fordern natürlich alle eine Fortsetzung. Die Gerüchte um eine zweite Staffel verdichten sich derzeit bereits und die Produzenten haben bereits wage Andeutungen gemacht, was man erwarten könnte: Es soll die bisherigen Charaktere weitererzählt werden. Sehe ich persönlich kritisch, da ich nicht weiß, ob man daraus viel mehr machen kann. Ich hätte da persönlich mehr drauf gehofft, dass es gehandhabt wird wie bei American Horror Story, also eine komplett andere, auserzählte Geschichte pro Staffel, aber teilweise mit dem selben Cast. Wie im vorigen Absatz schon erwähnt, ich empfand die Serie stellenweise schon leicht in die Länge gezogen.

Fazit:
Stranger Things nimmt viele Anleihen von Klassikern des Horror- und Mystery-Genres – und genau das macht den besonderen Reiz der Serie aus. Der Stil passt, es sind liebevoll eingearbeitete Details vorhanden, die Schauspieler können ihren Job und die Geschichte bietet den Platz für die nötige Atmosphäre. Gerade die Geburtenjahrgänge ’75 bis ’85 erkennen so vieles aus ihrer eigenen Kindheit und den Filmen selbiger. Für Interessierte ohne Netflix-Account: Auf dem Youtube-Kanal von Netflix kann man die ersten 8 Minuten probeschauen.


Wer noch ein wenig mehr über Stranger Things hören möchte, dem möchte ich die entsprechende Folge vom Kleinen Gespräch mit Pascal aka Kleines P, Redmaker und Ilirious ans Herz legen. Die drei haben wirklich viele Infos und Theorien auf Lager.

Vasco Da Gamer
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Vasco Da Gamer

1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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