Uncharted Tomb: Nate vs. Lara

Zwei Forscher, zwei Spielereihen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Nate gegen Lara. Ich werde in diesem Artikel versuchen, die Unterschiede zwischen Uncharted 4 und Rise of the Tomb Raider etwas darzustellen und gleichzeitig die Gemeinsamkeiten zu erforschen.

Note: Ich habe lediglich Uncharted 4 sowie die beiden Spiele des Tomb Raider Reboots (Tomb Raider [2013] und Rise of the Tomb Raider) gespielt.

Nathan Drake, Schatzsucher, Schönling und auch Schelm. Zumindest besitzt die Figur Nathan Drake und damit die Uncharted-Reihe im Gegensatz zur ebenfalls sehr hübschen, aber doch eher kühlen und ernsten Lara Croft, eine passende Prise Humor. Nicht zuletzt daher, da man in Uncharted im Gegensatz zu Tomb Raider oft Teil einer Gruppe ist. In Rise of the Tomb Raider (RotTR) wandelt Lara die meiste Zeit auf Solo-Pfaden durch die zu erforschenden Gebiete. Was eben auch die Möglichkeit einer Portion Humor sehr schwer gestaltet.

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Das Klettern empfinde ich in Uncharted 4 als weniger „vorgegeben“ als in Tomb Raider. Natürlich kann auch Nathan nicht an jeder x-beliebigen Stelle am Fels hinaufklettern oder einen Kletterhaken in das Gestein rammen. Aber die Möglichkeiten höhere oder tiefere Ebenen zu erreichen erschienen mir deutlich vielfältiger. Auch im Ganzen fühlt sich das World-Design nicht so schlauchig an wie in Rise of the Tomb Raider. Wobei man RotTR zugute halten muss, dass sich auch dort das Leveldesign im Gegensatz zum 2013er-Vorgäner weniger schlauchig anfühlt, speziell durch die offene „Hub-Welt“, die einzelne -dann doch wieder eher schlauchige- Abschnitte miteinander verbindet. Beiden gemein ist natürlich, dass die Protagonisten an vorgesehenen Stellen eine mehr als 2 Meter hohe Kante ergreifen können oder mehrere Meter große Felsspalten springend überwinden – aber an nicht dafür vorgesehenen, aber genauso hohen oder weiten Kanten und Spalten scheitern. Spieldesign hat eben immer irgendwo seine Grenzen.

Apropos Spieltwelt: Während man in RotTR (mit Ausnahme eines kleinen Abstechers nach Syrien gleich zu Beginn) nur im verschneiten Sibirien unterwegs ist, verschlägt es uns in Uncharted 4 nach Panama, Schottland, Italien und Madagaskar. Also eine wesentlich vielschichtigere Welt. Daraus folgt natürlich, dass Uncharted 4 auch wesentlich mehr Möglichkeiten hat, seine grafischen Fähgikeiten zu beweisen, was es auch immer wieder tut. Trotzdem ist auch RotTR eine grafische Pracht, kann diese aber aufgrund des Settings nicht ganz so spektakulär zur Geltung bringen.

Sicherlich ist Rise of the Tomb Raider grafisch mit Uncharted 4 ebenbürtig. Das Setting erlaubt jedoch leider kaum dies zu zeigen.

Was das Kampf-System angeht: same here, same there. Deckungsshooter-Mechanik und Nahkampf-Möglichkeiten. Während Nathan lediglich 2 Waffen (eine Handfeuerwaffe/MP und ein Maschinengewehr/Granatwerfer/Whatever) tragen kann, kann Lara ein ganzes Arsenal an verschiedenen Waffen nebst Bogen mit Feuer- und Explosivpfeilen mit sich führen. Auch in einem für Sibirien per se eher ungeeigneten Top. Wo auch immer sie die Waffen da mitführt. Also wirklich unterschiedlich sind beide Spiele hier nicht. Hier und da eine Gruppe Gegner, ab und an ein Moorhuhn-Schießen auf eine (realistisch große) Horde Gegner. Hier hat RotTR sich zum Vorgänger einmal mehr positiv geändert, da dort das Moorhuhn-Schießen auf unrealistisch große Gegnerhorden einer der Haupt-Kritikpunkte war. Ansonsten geht es vorwiegend um das Erforschen der Gebiete, das gelangen höher oder tiefer gelegener Orte und natürlich das Lösen von Rätseln. Bei den Rätseln bietet RotTR allerdings ein gutes Stück mehr Herausforderung als Uncharted 4.

Während RotTR mit einem RPG-artigen Aufstiegssystem nebst Skill-Tree aufwartet, durch das man nach und nach Fertigkeiten, Waffen und sonstige Utensilien freischaltet, kann Uncharted derartiges nicht bieten. Vermissen wird man es aber nicht, denn dafür bietet Uncharted 4 die ganz klar dichtere und filmischere Handlung mit mehr Dia- und weniger Monologen. Ebenso verhält es sich mit dem Zusammensuchen von Zutaten und Materialien in RottR um verschiedene Dinge craften zu können. In Uncharted 4 vermisst man es nicht, in RotTR fühlt es sich dagegen sinnvoll und nicht aufgesetzt an. Die Spiele unterscheiden sich in diesen Bereichen, aber ich würde keines der beiden deswegen negativer oder positiver sehen. Alles passt jeweils gut zusammen und man vermisst bei dem einen nichts, was man bei dem anderen hatte.

In Uncharted 4 ist man - im Gegensatz zu Rise of the Tomb Raider - öfter mit anderen zusammen als allein unterwegs.
In Uncharted 4 ist man – im Gegensatz zu Rise of the Tomb Raider – öfter mit anderen zusammen als allein unterwegs.

Wenn’s um das Erforschen geht, zieht Uncharted 4 klar die Verliererkarte. In RotTR gibt es mehrere Höhlen sowie die sowohl namensgebenden wie gleichzeitig optionalen Tombs zu erforschen. Uncharted 4 bietet hier fernab der Story „nur“ in der Welt verstreute Tagebucheinträge und Schätze zum Finden. Für Completionists sicher ein Ansporn, für mich boten die Gräber und Höhlen in RotTR aber den weitaus größeren Reiz alle zu erforschen. Diverse Tagebucheinträge und Artefakte bietet RotTR für die Completionists ebenfalls.

Auf der grafischen Seite sehen beide Spiele wunderschön aus und auch an der technischen Umsetzung gibt’s nichts zu meckern. Sicher gibt es hier oder da einen winzigen Bug oder eine Möglichkeit irgendwo hinein zu glitchen, wo man gar nicht hin will. Aber man muss sich schon sehr dafür bemühen. Die Auswahl der Synchronstimmen ist hier wie da sehr gut und passend und auch der Soundtrack passt zur Stimmung.

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So in den Felsen zu glitchen ist in Uncharted 4 zum Glück nur mit sehr viel Geschick oder sehr dummen Zufall möglich

Und welches Spiel ist jetzt besser oder lohnt sich mehr?

Tja, diplomatische aber ehrliche Antwort: beide. Beide sind toll. Vielleicht sollte man vor Uncharted 4 noch die 3 Vorgänger zocken, muss man aber nicht. Auch ohne Vorkenntnisse hat das Spiel sehr viel Spaß gemacht und mich storytechnisch mitgerissen. Rise of the Tomb Raider bietet zwar eine wesentlich generischere und nebensächlichere Story, dafür reizen dort die Erforschung der optionalen Höhlen und Tombs deutlich mehr als das Suchen von verstreuten Schätzen in Uncharted 4. Und auch das Level-System mit Erweiterung der Möglichkeiten im Spiel sowie das Suchen von Materialien zum Craften diverser Items lenken in RotTR von der nicht ganz so wichtigen Story ab.

Den Multiplayer-Modus in Uncharted 4 bzw. den Expedition-Mode in Rise of the Tomb Raider behandle ich hier nicht, da sie mich nicht interessieren und ich die Modi deswegen gar nicht erst ausprobiert habe. Sicherlich kann man damit über den reinen bzw. regulären Soloplayer-Teil hinaus Spaß haben, mich hat das ganze jedenfalls nicht zum Probieren gereizt. Ihr Geld waren die Spiele dennoch wert.

Habt ihr eine andere Meinung zu Punkten? Oder wollt mich gar komplett korrigieren oder auf Sichtweisen aufmerksam machen? Ich freue mich auf konstruktive Kommentare!


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Rise of the Tomb Raider erscheint später in 2016 auch noch für die PS4


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1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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