2015 – in Spielen und drumherum

Hoppla, ist das Jahr echt schon wieder fast vorbei? Schon wieder 365 Tage? Wow…
Nun ja, wie jedes Jahr im Dezember ist es wieder unvermeidlich zurück zu blicken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Wie üblich Höhen und Tiefen, bei mir persönlich zumindest mehr Höhen als Tiefen. Ich hoffe einfach mal, dass das bei euch genau so ist und falls nicht, wünsche ich euch, dass es 2016 so sein wird! Nun aber ab in die unendlichen digital Weiten und zu denen, die ich 2015 so erkundet habe.

BLOODBORNE | SPLATOON | WITCHER 3 | LIFE IS STRANGE | FLOPS | KURZ | TWITCH

 

Rage und Freude liegen manchmal so nah beieinander, Teil 1

Ich fange einfach gleich mit meinem persönlichen Hit des Jahres an. Und der ist, zumindest wenn ich versuche möglichst objektiv an die Sache ran zu gehen: Bloodborne. Der viktorianische „Bruder im Geiste“ der Souls-Reihe. Bockschwer, im Gegensatz zu den Souls-Spielen aber weniger behäbig und mit einem etwas ausgefalleneren Setting. Viele Spielstunden mit Wechsel zwischen größtem Rage und ausgiebigsten Freudentänzen sind in dem Spiel garantiert, jedenfalls wenn man sich eben darauf einlassen kann oft zu sterben und immer gleiche Wege x-mal zu gehen, bis man dann eben die nächste Lampe entzündet hat. In der riesigen, abartig verwinkelten Welt kann man sich zwar super verlaufen, wenn man aber ein Fable für das viktorianische Design hat, wird einem das egal sein. Man kann sich einfach nicht tot sehen an der Szenerie. Woran man sich allerdings locker tot sehen kann ist praktisch jeder einzelne Gegner. Sei er prinzipiell auch noch so easy zu besiegen – ein dummer Move oder einmal wieder zu viel gewollt und zack – „Gestorben“. Ein tolles Spiel, an dem man sich zumindest mal versuchen sollte!

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Rage und Freude liegen manchmal so nah beieinander, Teil 2

Wenn ich auf Objektivität pfeife und rein subjektiv entscheide, ist mein Spiel des Jahres allerdings ein anderes, und zwar Splatoon. Ein Spiel, auf das ich mehr oder weniger per Zufall richtig aufmerksam wurde (hier nochmals ein kleiner Dank in Richtung Metasmiths). Eine wunderbar „andere“ Art von Multiplayer-Shooter, in dem es weniger auf die KD ankommt (auch wenn sie angezeigt wird), sondern auf die mit Farbe eingefärbte Fläche. Auch hier liegen natürlich Freude und Rage wieder sehr beisammen und wechseln sich gerne mal sekündlich ab. Zugegeben: sinnvolles Matchmaking ist quasi nicht vorhanden, das Waffen-Balancing ist mehr als verbesserungswürdig und man kann sich manche Dinge nur mit „naja, Nintendo eben“ erklären – dennoch habe ich zig großartige Spielstunden in diesem Spiel verbracht. Und nun zum subjektivsten Teil der Entscheidung: Splatoon ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich über die letzten Monate eine sehr schöne Truppe gebildet hat, mit der man immer jede Menge Spaß haben kann (Grüße an dieser Stelle o/ ). Wer also eine WiiU besitzt und Lust auf einen etwas anderen Multiplayer-Shooter hat, dem kann ich Splatoon durchaus ans Herz legen. Der Singleplayer-Modus ist zwar recht kurz (dafür kann man ihn mittels der 3 erhältlichen Amiibos jeweils mit anderen Waffen/Fähigkeiten nochmal durchspielen), der Multiplayer bietet dafür aber Stoff für unzählige Stunden Spaß.

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Ich schwenke die weiße Flagge vor dem Marketing

Witcher 3. Ich war dem  Hype und der Marketing-Arbeit (Damn you, Fabian Döhla!) erlegen. Twitter, Twitch, Youtube und generell alles was mit Gaming zu tun hatte war im Vorfeld dermaßen mit Witcher 3 voll gekleistert, so dass ich einfach die Waffen gestreckt und es kapitulierend zu Release gekauft habe. Top PR-Arbeit und vor allem: ich wurde durch den riesen Hype nicht (wie üblich) enttäuscht. Klar, das Spiel hat Bugs und Schwächen – und davon gar nicht mal so wenig. Aber die konnte ich problemlos verzeihen, weil ich in der riesigen Welt Temeriens und der Rolle des Geralt von Riva wunderbar versinken konnte. Mit einem kleinen Durchhänger gegen Ende (ich mag einfach keine Enden, die sich durch x-fache Wendungen wie Gummi ziehen) hatte ich von Anfang bis Abspann eine tolle Zeit mit diesem Spiel. Und immer noch habe ich Nebenquests offen, für die ich das Spiel von Zeit zu Zeit wieder anschmeißen kann und natürlich optional den DLC. Entscheidungen haben tatsächliche Auswirkungen auf die Story und wer schon immer mal Sex in einem Videospiel haben wollte, kommt in Witcher 3 (durchaus auch mehrfach) auf seine Kosten. Was man für das Spiel aber wirklich braucht ist Zeit, denn gut >70 Stunden wird man darin mindestens versenken müssen um die Story durchzuspielen. Am Schluss hat sich jedenfalls jede Stunden davon gelohnt.

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Decisions, decisions…

Apropos Entscheidungen mit Auswirkungen: Life is strange. Das Mindblow-Game des Jahres. Ein Spiel, in das man wunderschön eintauchen konnte, mit packender und emotionaler Story und einem unvergleichlich großartigen Soundtrack. Wer es noch nicht gespielt hat, sollte wirklich über die Limited Edition, die am 22. Januar 2016 erscheint nachdenken. Denn für 30 Euro (PS4/XboxOne) bzw. 20 Euro (PC) bekommt man mit Artbook, Entwicklerkommentaren und dem tollen Soundtrack auf CD echt ein tolles Paket. Mich hat noch nie ein Ende bei einem Videospiel noch Tage danach gedanklich beschäftigt, außer eben das Ende von Episode 3 bei Life is strange. Das Spiel wird einen sicher nicht immer  in dem Sinne „fröhlich“ werden lassen und sehr oft nachdenklich zurücklassen, aber manchmal tut nachdenken ja auch sehr gut. Und man weiß nach dem Spiel so einiges mehr zu schätzen, da man eben nicht wie Max die Zeit zurückdrehen kann, sondern jeder Moment einzigartig ist und bleibt. Und dass es eben etwas wie Schicksal gibt, dass sich nicht aufhalten lässt. Und versucht man es, entlädt es sich eben anders. Aber zuschlagen wird es dennoch.

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Anderer Leute Fehler können anderer Leute Idee sein

Ein grandioser Griff ins Klo namens Sim City in 2013 hat maßgeblich zu einem großartigen Aufbau-Simulation-Spiel in 2015 geführt: Cities: Skylines. In 2013 wollte EA das große Ding landen und ein mega Städtebau-Ding zimmern, in dem man online mit anderen zusammen einen Verbund von eigenen Städten aufbauen konnte. Was dabei rauskam? Der Ansturm auf das Spiel legte erstmal die zwingend zum Spielen nötigen Server lahm. Da man eben wollte, dass mehrere Spieler auf einer Karte mehrere Städte bauen und diese miteinander verbinden was Handel, Energie usw. betrifft, waren die Ausmaße für die einzelnen Städte gering. Dazu kam ein nahezu unvermeidbarer Niedergang großgewachsener Städte durch hohes Verkehrsaufkommen, eigentlich nur durch den (kostenpflichtigen) Luftschiff-DLC lösbar. Ziemlich viel Pulver mit dem Presse und Spielerschaft da auf EA schießen durften. Nun, Paradox Interactive und Entwickler Colossal Order hatten jedenfalls beschlossen, den Spielern die Städtebau-Sim zu geben, die sie wirklich wollen. Und das haben sie auch geschafft. Cities: Skylines braucht keine ständige Anbindung an Server, braucht keinen Multiplayer. Man baut seine Stadt. So wie man es eben immer wolllte. Und von einem Quadrat (2 x 2 km) ausgehend kann man die Stadt nach und nach auf bis zu 9 Quadrate ausweiten. Und durch die Einbindung des Steam Workshop und eine sehr aktive Modder-Community bietet das Spiel fast unbegrenzte Möglichkeiten. Man findet die Grundschulen im Grundspiel zu klein? Per Mod gibt’s welche mit größerer Kapazität. 9 Quadrate reichen nicht? Mit Mod lässt sich noch mehr erweitern und eine riesige Metropole aufbauen. Zum späteren Zeitpunkt gerät der finanzielle Aspekt in der Stadt allerdings stark in den Hintergrund (womöglich etwas unrealistisch 😉 ) und man merkt sehr, dass Colossal Order vorher mit Cities in Motion eher eine Verkehrs-Management-Sim entwickelt hat. Aber auch das hat seinen Reiz. Versuchen, Nadelöhre so umzubauen, dass der Verkehr wenigstens halbwegs wieder fließt, probieren, ob hier und da ein Kreisel die bessere Entscheidung ist oder nicht.

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Flops

Seltsamerweise bot mir das Jahr 2015 im Gegensatz zum Vorjahr keine großen Nieten, keine Totalausfälle. Lediglich ein paar Spiele, die ich nachholen wollte haben mich nicht so richtig gecatched. Wobei ich Fallout 3 bzw. New Vegas vielleicht zum Release anders eingeschätzt hätte und gut gefunden hätte. Nachdem ich von Assassin’s Creed sowohl Teil 1 als auch die dreiteilige Ezio-Saga nachgeholt hatte und sie echt toll fand, hat mich weder AC: 3 noch Black Flag wirklich packen können. Aber auch da ist die Enttäuschung nicht groß, der eine war im Sale und er andere kostenlos bei Games with Gold. Aber an total schlechten aktuellen Titeln scheine ich mich dieses Jahr gut vorbeigekauft zu haben. Schade, dass man das nicht jedes Jahr sagen kann.

Gut, da ist Destiny, erstmals in 2014 erschienen und in 2015 dann zeitgleich mit dem DLC „König der Besessenen“ dann auch als Komplett-Paket (hier: „Legendäre Edition„) erhältlich. Nicht, dass es keinen Spaß macht. Es ist nur fucking unübersichtlich und knallt einen direkt ohne große Erklärungen mit viel zu vielen Möglichkeiten zu. Storymode, Strikes, Raids, PVP, aktuell auch noch Sparrow-Rennen… ähm… okay. Tutorial pleez!!! Dazu kommt dann auch noch das gefühlt super oft gelobte tolle Gunplay, das für mich (zugegeben extrem unerfahren in Konsolen-Shootern) nicht besser als in anderen Shootern auf der Konsole ist. Ab und an spaßig, aber so wirklich rein gezogen hat mich das Spiel wirklich nicht.

Als sozusagen „persönlichen Flop“ kommt der Super Mario Maker in’s Spiel. An sich klar das beste Geschenk, das Nintendo dem hopsenden Klempner und seinen Fans zum 30. Geburtstag machen konnte. Aber mein Skill kommt schon bei den „normalen“ Leveln eines Mario-Spiels komplett an seinen Grenzen und war natürlich bei so manchen User-Leveln vollends überfordert. Und beim Bauen vom Leveln ist zwar Kreativität in meinem Kopf, aber ich krieg sie einfach nicht bautechnisch umgesetzt. Insofern fristet das Spiel bei mir sein Dasein als Staubfänger und ich weiß nicht, ob sich das nochmal ändern wird. Immerhin der 8-Bit-Mario-Amiibo sieht schön auf dem Regal aus :).

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Und dann waren da noch:

  • Until Dawn: Horrorspiele sind normalerweise echt nicht mein Fall, aber in diesem liegt der Fokus eigentlich mehr auf der Story um die Teenager-Gruppe. Hier und da mal ein Jump-Scare und eine beklemmende, dunkle Atmosphäre bilden den Horror-Part in diesem Spiel. Toll inszeniert und mit Entscheidungen (und Quick-Time-Events -.-) die von Best Case [alle überleben] bis Worst Case [nur Emily überlebt gjn81wvxqsq6yzcwubok] alles möglich machen.  Da kann man sogar über die deutsche Synchro, die offenbar aus Zeitgründen über Telefon aufgenommen worden zu schein scheint, hinwegsehen. Wunderschön für lange, dunkle Herbst- und Winterabende.
  • Yoshi’s Wooly World: „IT’S SO FLUFFY, I’M GONNA DIE!!!“ will ich bei diesem Spiel einfach rufen, in den TV springen und mich in die knuffige Wolle legen! Typisch Nintendo-Like „Easy to learn but hard to master“ bietet das Spiel sowohl erfahrenen Spielern ein Herausforderung sowie unerfahrenen und jüngeren eine schöne Spielerfahrung. Wunderschöne und gut gebaute Level und der Woll-Artstyle tun ihr übriges dazu. Und der Yoshi Woll-Amiibo, ach, ich glaub dazu muss ich nix sagen :->
  • Rocket League: war genialerweise als Marketing-Offensive kostenlos für PS-Plus-Besitzer. Tolles Autoball-Spiel (hat Raab da eigentlich schon geklagt?) für PS4 und PC, das sogar Cross-Plattform-Multiplayer unterstützt. Macht irre Fun, auch wenn das Spiel aus mir unerfindlichen Gründen erst jetzt zum Ende des Jahres bei manchen zu einem Hype geworden ist, was den Titel nach längerer Pause bei mir wieder aufleben lies. Manchmal ist es zwar mehr als es sollte von Luck statt von Skill abhängig, Spaß macht’s aber allemal.
  • Rise of the Tomb Raider: leider hat Microsoft hier die Geldbörse gezückt und sich eine Zeitexklusivität für die Xbox One gekauft. Und leider hat man den Release-Termin ins selbe Fenster wie den Release von Fallout 4 und Call of Duty: Black Ops 3 gelegt. Und all diese Faktoren haben dazu geführt, dass dieses Spiel eigentlich deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen hat, als es verdient. Es macht vieles besser als der Vorgänger von 2013, so gibt es deutlich weniger Quick-Time-Events und deutlich weniger Hordengeballer, dafür gibt es eine deutlich offenere Spielwelt mit deutlich mehr zum erforschen. Hoffentlich gelangt der Titel wenigstens dann zu Ruhm, wenn ihn jeder interessierte spielen kann.
  • Fallout 4: Nachdem die Versuche Fallout 3 und Fallout: New Vegas in 2015 nachzuholen gescheitert waren, hab ich bei Fallout 4 erst überlegt. Nach ein paar geschauten Streams war mir aber klar: wenn RotTR durch ist, wird das das nächste. Und es wurde es. Und es hat im Gegensatz zu 3 und NV Spaß gemacht. Einfach weil es natürlich zeitgemäßer war. Klar: wie jedes Bethesda-RPG krankt es an diversen Bugs und einer suboptimalen Kampfmechanik. Aber zumindest die Atmosphäre gleicht das easy aus. Und wer sich, wie ich, gerne beispielsweise in The Sims als Hobby-Architekt versucht, der wird mit dem Städte-Aufbau in Fallout 4 garantiert auch seinen Spaß haben.

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Twitch

In meinem Jahresrückblick 2015 kann ich Twitch auf keinen Fall unerwähnt lassen. Mein Konsum von „normalem TV“ ist mittlerweile wirklich auf einem minimalsten Maß angekommen. Man könnte fast sagen, wenn ich nicht zocke, schaue ich jemand anders beim zocken zu. Aber irgendwie klingt das fast schon ein wenig erschreckend o.O. Aber egal, jede mit Freude verbrachte Sekunde ist schließlich eine gute Sekunde. Insofern kann ich Twitch jedem Gamer ans Herz legen, der es noch nicht kennt (wenn es solche überhaupt noch gibt). Und damit man auch gleich weiß, was man gucken kann, hier ein paar Empfehlungen (schön alphabetisch, denn ne Rangfolge kann und will ich da nicht wirklich festelegen):

  • gameswelt: Montags bis Freitags 19-23 Uhr. Herrlich verrücktes und tolles Team und immer gut informiert (naja, fast immer). Da es gameswelt.de natürlich schon ‚was länger gibt ein etwas größerer Stream. Dennoch super familiär und eine nette Community.
  • gharac_durac: spielt hautpsächlich Flugsimulatoren. Wohl sicher einer der wenigen Twitch-Streamer Ü50. Kaum etwas ist entspannender als einer seiner Streams abends.
  • herrjuhl: hatte ich irgendwie schon super lange vorher abonniert, so richtig zu ihm gefunden hab ich aber erst durch die Heists in GTA Online. Schöner, kleiner Stream, unterhaltsam und immer wieder andere Spiele.
  • metasmiths: für mich so ein wenig der „Anfang allen (positiven) Übels“ dieses Jahr. Sehr sympathischer Typ mit großartigem Skill (eine Sache davon ist gelogen, ratet welche…). Und der Chat, nun… nein, davon sollte man sich selbst ein Bild machen.

So viel also zu meinem Gaming-Jahr 2015. War schön, um es einfach mal in einem Satz zusammen zu fassen. Möge das nächste Jahr für uns alle mindestens genau so gut werden. In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes und hoffentlich ruhiges restliches Jahr 2015, einen guten Rutsch in 2016 und (warum sollte man den passenden Satz aus dem Vorjahr auch abwandeln):

viel Spaß und Erfolg beim Zocken und im Leben!

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Vasco Da Gamer

1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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