[hier beliebigen Spritz-Witz einfügen], oder: Meine kleine Meinung über Splatoon

Nachdem ich in der letzten Woche die ein oder andere Stunde in Splatoon versenkt habe, ist es Zeit, mal meine kleine Meinung dazu niederzuschreiben. 

Splatoon ist eine neue IP von Nintendo für die WiiU, quasi ein kindgerechter Shooter. Man spritzt alles mit Farbe voll, was natürlich kindliche Gemüter zu einigen Wortwitzen anregen kann. Durch die Möglichkeit, die Gegner durch Farbbeschuss zum „Platzen“ zu bringen, ist es aber schlicht auch ein Shooter. Man merkt zwar hier und da, dass das Hauptziel eigentlich sein sollte, den größten Teil der Map in der eigenen Farbe erstrahlen zu lassen, aber da „tote“ Gegenspieler erstmal eine Zeit lang nichts einfärben können, ist auch die Shootermechanik natürlich ein Teilaspekt. Soweit, so alt. Denn neu ist das Konzept nicht, wie ich auf Twitter von @spielerzwei von Polyneux erfahren durfte. Auf der Wii gab bereits ein Spiel namens de Blob von THQ, welches diese Farbshooter-Idee bereits verwendete.

An sich ist Splatoon ein wunderbares Multiplayerspiel, das mit den richtigen Leuten einfach super viel Spaß macht. Anfangs hab ich es mit zufälligen Leuten kurz alleine gespielt, dann in den letzten Tagen sehr oft mit ein paar Leuten aus der Gameswelt-Familie zusammen und es hat wirklich wahnsinnig viel Spaß gemacht. Wenn dann einer von den Leuten (in diesem Falle der gute Metasmiths) noch dazu streamt, ist das ganze wirklich super cool – und da liegen auch die Stärken von Splatoon. Nur leider ist das Matchmaking nicht so dolle, sprich: die Teams werden zufällig zusammengewürfelt, selbst wenn man sich bereits in der selben Lobby befindet und um in die selbe Lobby zukommen, muss man sich erst mal gegenseitig nachjoinen. Verdammt kompliziert und eigentlich auch dumm. Soweit mir bekannt ist, soll die Möglichkeit, eigene Lobbys zu erstellen mit einem Update im August hinzugefügt werden. Ehrlich gesagt ist das ganze schon etwas seltsam und man fragt sich, warum Nintendo nicht einfach noch knapp zwei Monate gewartet hat, sondern ein nicht ganz fertiges Spiel so als Häppchen schon mal hinwirft. Ich glaube, Nintendo, wenn ihr nicht Nintendo wärt, hättet ihr vermutlich einen Shitstorm kassiert, der sich gewaschen hätte. Auch die Sache mit den Arenen mutet etwas sehr seltsam an: insgesamt gibt es lediglich fünf. Und davon jeweils zeitgleich immer nur zwei. Alle vier Stunden dann ein Wechsel auf zwei andere. Bei solchen Entscheidungen fragt man sich quasi zwangsläufig, was in den Köpfen bei Nintendo manchmal so vorgeht. Dass man beim Mapwechsel eine mit der Zeit doch eher nervende „Nachrichtensendung“ anschauen muss, bestärkt die Frage zusätzlich noch ein wenig mehr.

Im Multiplayer gibt es zwei Modi. Zum einen den, von mir am meisten gespielten, Modus „Revierkampf“, in dem es darum geht, möglichst viel von der Map mit der eigenen Farbe zu bespritzen und zum anderen den Modus „Rangkampf“, bei dem es auch möglich ist einen KO-Sieg zu erringen, indem man über einen bestimmten Zeitraum hinweg einen klar umgrenzten Bereich auf der Map in der eigenen Farbe „hält“. Bei den Revierkämpfen werden am Schluss die Punkte anhand der individuell vom Spieler eingefärbten Fläche berechnet, wobei es für die Spieler des Gewinnerteams noch 300 Punkte als Bonus gibt. Da man so eben auch als Verlierer Punkte bekommt, gibt also zumindest Trostpunkte. Ebenso läuft’s bei den Rangkämpfen, allerdings ist hier eben auch der bereits erwähnte KO-Sieg möglich, wodurch nur das Gewinnerteam Punkte erhält und die Verlierer samt und sonders leer ausgehen. Daneben gibt es für ein gewonnenes Match im Rangkampf zudem 20 Rangpunkte, für ein Verlorenes allerdings eben auch 10 Minuspunkte. Mit diesen steigt (oder fällt) in 100-Punkte-Schritten der Rang von „C-“ bis „A+“. Ein Verlieren, besonders durch ein KO, schmerzt daher im Rangkampf um ein vielfaches mehr als im Revierkampf.

Einen Singleplayer bietet das Spiel natürlich auch. Und der ist, konträr zum Multiplayer, wunderbar abwechslungsreich in Sachen Levels und Gegner. Während die vier ersten Endgegner allerdings mehr oder minder ein Klacks sind, hat’s der letzte Boss wirklich faustdick hinter den Ohren und ich gestehe: ich hab ihn bisher noch nicht gelegt, weil mir Geduld, Skill -oder beides- fehlen. Aber bis dorthin hab ich den Solomodus wirklich genossen. Mit der Kampagne haben die Japaner also klar bewiesen, dass sie durchaus Abwechslung in das Spiel rein bringen können. Warum man nicht mehr Kreativität für mehr Multiplayer-Arenen eingesetzt hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Eventuell kommen aber auch noch welche per DLC nach, denn auch davon ist Nintendo ja mittlerweile nicht mehr verschont.

Was man natürlich auch nicht unter den Tisch fallen lassen darf, sind die unglaublichen Online-Schwierigkeiten, mit denen Nintendo ja eigentlich fast immer zu kämpfen hat. Verbindungsabbrüche und Lags, die dazu führen, dass ein Gegner urplötzlich vor einem auftaucht – was insbesondere bei japanischen Spielern häufig vorkommt – sind leider mehr oder minder fast an der Tagesordnung. Auch das trübt womöglich den Spielspaß.

Auch erwähnenswert ist der anspornende und durchaus ohrwurmtaugliche Soundtrack, auch wenn dieser im Multiplayer mit genau so wenig Abwechslung aufwartet wie Zahl der Arenen.

Alles in allem Splatoon ein cooles Spiel, das absolut Nintendo-like ist – so, wie man sich einen Nintendo Spiel eben vorstellt. Es macht Spaß, sieht wunderschön aus (im Rahmen der WiiU-Möglichkeiten, versteht sich) – nur leider lässt die Abwechslung eben zu wünschen. Was aber nicht unbedingt dem Spaß abträglich ist, wenn man es mit Freunden oder Bekannten spielt. Trotz all dem positiven bleibt aber der fade Beigeschmack, dass Nintendo hier im Prinzip mehr eine erweiterte Demo als ein komplettes Spiel auf den Markt geworfen hat und man bis im August warten muss, bis man schlussendlich entscheiden können wird: Splatoon yay or nay. Bis dahin:

Bleibt spritzig!

Vasco Da Gamer
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Vasco Da Gamer

1983 geboren, am Amiga 500 in der Videospieltwelt domestiziert.
Ist keinem Genre wirklich ab-, aber auch keinem speziell zugeneigt.
Spielt neben Videospielen hin wieder auch E-Bass.
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